Von Prozessen zu Prozessketten
Mittwoch, Oktober 31st, 2007Das neue Arbeitsthema der Berliner Werkstatt Herstellung
Auf der 12. Tagung im September 2007 in München haben die anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Berliner Werkstatt Herstellung die „Standardprozesse der Herstellung“ in der Druckfassung des Arbeitshandbuchs verabschiedet, das zur Frankfurter Buchmesse 2007 erschienen ist. Auf diesem Treffen wurde auch das Vorgehen zur Analyse und Definition von allgemeingültigen Workflows festgelegt.
Auf Basis der definierten Herstellprozesse sollen aus den einzelnen Teilprozessen mit definiertem Start, Ende und Prozess-Ergebnis durchgängige Prozessketten entstehen.
Herausforderungen auf dem Weg zum Ziel
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen eine ganze Reihe von Fragen angegangen und beantwortet werden.
Ist Workflow organisationsspezifisch? Oder ist er produktspezifisch? Bleiben im zweiten Fall vielleicht schlussendlich nur 80 Prozent des generellen Workflows erhalten und müssen, wenn es verschiedene Produkte gibt, einzelne Variantentreiber beschrieben werden? Werden vielleicht mehrere Standards benötigt?
Müssen verschiedene Prozessketten für unterschiedliche Produkte oder Unternehmen – oder vielleicht nach abstrakteren Gesichtspunkten wie „Print“ oder „Online“, etc. – erarbeitet werden? Wie können solche Prozesse dargestellt werden? Wie gehen wir damit um, wenn Prozesse parallel verlaufen? Ist eine hierarchische Abhängigkeit von Prozessen schwieriger darzustellen als eine chronologische? Wie können wir die unterschiedlichen Abhängigkeiten der einzelnen Prozessschritte voneinander darstellen?
Ist als Nebeneffekt die Bildung einer spezifischen „Sprache“ zu erwarten, die selbst zum Standard werden könnte? Da es – im Gegensatz etwa zur Automobilbranche – noch keine Festlegung für Workflows in Verlagen gibt, stellt sich weiterhin die Frage, ob die Berliner Werkstatt Herstellung Regeln der Sprachverwendung durch die „Eindeutigkeit des verwendeten Vokabulars“ prägen kann.
Einen Anfang machen
Am Ende stand der Beschluss, sich bis zum nächsten Treffen in großer Runde zunächst wieder in zwei Arbeitsgruppen – München und Berlin – aufzuteilen. Jede der beiden Gruppen wird zum Thema „Print“ tagen und versuchen, auf dieser Abstraktionsebene konkretisierte Abläufe für einzelne Produkte zu bestimmen. Bei der 13. Tagung der Werkstatt im Januar 2008 in Berlin werden beide Lösungsansätze dann miteinander abgeglichen, um das weitere Vorgehen endgültig zu entscheiden.