Was ist die Situation 2008?
Die Publishing Welt bewegt sich und es ist – noch – offen, in welche Richtung, mit welcher Qualität. Es gibt neue Geschäftsmodelle und Konzepte »jenseits der Verlagswelt«.
Kritische Faktoren dabei sind, die eigenen Märkte genauer zu kennen, um sie besser adressieren zu können, abstrahieren zu lernen und neu zu denken, um nicht an alten Konzepten und Modellen gedanklich kleben zu bleiben.
Content ist das treibende Element, nur in einer anderen Weise, als wir heute denken. Wird Content entwertet, wenn er kostenfrei eingesetzt wird? Was hilft es, wenn wir Content administrativ zu schützen versuchen? Wofür ist das letztlich wirklich gut? Wenn die eigentliche Frage eines Geschäftsmodells ist, wo wir das Kassenhäuschen aufstellen!? Und die Herausforderung lautet: Any time, any place, any where.
Sich entwickelnde Begriffe mit teilweise neuen Bedeutungen bezeichnen Herausforderungen und mögliche Lösungen:
Automatisierung. Nur Automatisierung der Prozesse ermöglicht, dass der potenzielle Kunde sein Produkt schnell – und das wird bald nur noch eine Frage von Minuten sein – so erhält, wie er es will.
Standardisierung als Voraussetzung der Automatisierung und ebenso dafür, das Kerngeschäft sicher zu generieren, hilft außerhalb des Kerngeschäfts auch etwas riskieren zu können, Neuland zu betreten und eine aktive Rolle in neuen Märkten zu spielen.
Contextualization. Wenn man mit Content kein Geld verdienen kann, dann unter Umständen damit, in welche Umgebung man ihn stellt.
Metadaten. Wie kann man Inhalte besser findbar machen? Content mit den Augen des Kunden sehen und bewerten ist heute leider vielfach noch ein ungelöstes Problem, aber das, was das Finden erst ermöglicht.
Kenne Deinen Kunden. Wenn ich einem Kunden etwas verkaufen will, muss ich wissen, was er für Bedürfnisse hat, muss etwas über ihn erfahren.
Der Kunde soll entscheiden können, wie sein Produkt aussieht. Dafür müssen wir in der Prozesskette die Voraussetzungen schaffen.
Content findbar machen, zusammengefasst in der Aufforderung: »Engage with engines«. Wir müssen nicht nur lernen, ihre Sprache zu sprechen, sondern vielmehr unsere eigene Ausdrucksfähigkeit auf ein anderes Level zu heben, um mit der Abstraktion verständlicher zu werden.
Bücher können noch im Mittelpunkt des Verkaufens stehen, aber sie dürfen nicht mehr im Mittelpunkt des Denkens stehen. Deshalb müssen wir vor allem eines: über Content abstrakt denken lernen.
Helmut von Berg