Wie weiterarbeiten? Chronologische Verbindung der Ansätze beider Arbeitsgruppen beschlossen
Mittwoch, Oktober 29th, 2008
Die Berliner Werkstatt Herstellung kam am 16. Oktober 2008 zum 16. Mal zusammen. Um das weitere Vorgehen zu bestimmen, ging es bei dem kurzen Treffen auf der Frankfurter Buchmesse darum, abschließend eine gemeinsame Sicht auf den gegenwärtigen Stand der Dinge zu gewinnen.
Es herrschte Konsens darüber, dass sich die Ansätze der beiden Arbeitsgruppen – Meilenstein-Darstellung (München) und Best Case (Berlin) – prinzipiell ergänzen. Doch wie lassen sie sich zusammenführen?
(Zu) abstrakt und für jeden geeignet oder konkret und (zu) individuell?
Die Münchener Vorgehensweise sieht vor, für alle 43 Standard-Teilprozesse, auf die sich die Werkstatt geeinigt hat, die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen zu untersuchen. Auf dieser Grundlage von Standardelementen sollen beispielhafte Workflows kombiniert werden können. Entscheidenden Stellen in diesem Workflow würde dann ein Meilensteincharakter zukommen. Dieser Ansatz ist abstrakt, dadurch aber für jede Art von Verlag passend. Und er behandelt konkrete Fragen, obwohl er im Abstrakten verbleibt.
Die Denkweise der Berliner Arbeitsgruppe fokussiert auf die Frage, was einen guten Prozess ausmacht. Die Fragestellung richtet sich für diese Gruppe darauf, ob ein Prozess wertschöpfend ist, ob er den Workflow steuert oder nur unterstützt. Diese Qualifizierungskriterien seien wichtig, um einen Best Case festzulegen und um anhand dessen zu bestimmen, wo in einem Verlag, der sich mit diesem Best Case vergleicht, Optimierungsbedarf besteht. Soll-Abläufe, die anhand dieser Vorgehensweise erstellt werden, könnten sehr genau auf bestimmte Produkte oder Verlagstypen zugeschnitten werden – allerdings hätten sie dann auch nur für diese Fälle Gültigkeit.
Münchener Vorgehensweise und Berliner Brille
Die anwesenden Teilnehmer der Werkstatt kamen überein, zunächst das Münchener Modell weiterzuverfolgen und dessen Ergebnisse danach ‚durch die Berliner Brille’ zu betrachten. In den nächsten Arbeitssitzungen, für die sich die Werkstatt wieder aufteilen wird, geht es folglich darum die Rahmenbedingungen zu jedem einzelnen Prozessschritt zu bestimmen, damit er Teil eines Workflows wird: Was sind die Elemente, die ihn beeinflussen, und für welche Elemente ist er seinerseits – möglicherweise als Meilenstein – Voraussetzung? Im Anschluss daran erst soll für eine präzise Modellierung überlegt werden, welche spezifischen Fragen für welche Art von Verlag oder Produkt relevant und welche Regeln im Sinne eines Best Case von Bedeutung sein könnten.
Dies bedeutet, dass beide Arbeitsgruppen – München und Berlin – nun in den nächsten Schritten, wie im Münchener Modell vorgesehen, einander ergänzend alle 10 Hauptprozesse mit ihren insgesamt 43 Teilprozessen besprechen werden, um sie in einen Workflow einbetten zu können.