Ergebnisse 15. Werkstatt
Dienstag, April 7th, 2009Die Berliner Werkstatt Herstellung verabschiedet bei ihrem Treffen am 25. März 2009 in München den weiteren gemeinsamen Weg für die Workflow-Erstellung.
Zunächst stellt die Berliner Arbeitsgruppe die wesentlichen Elemente ihres Arbeitsergebnisses zur Diskussion. Die Teilnehmer halten eine Unterscheidung in wertschöpfende, unterstützende und steuernde Standardprozesse der Herstellung für wichtig und schlagen vor, erstere in einen konkreten Ablauf zu bringen. Zudem erachten sie die Erstellung von Best-Case-Beschreibungen für möglich, um Verlagen konkrete Vergleichsmöglichkeiten mit den eigenen Arbeitsprozessen zu bieten. Am Ende soll folglich ein Ablaufmodell stehen, das eine grafische Prozessdarstellung – eventuell mit einem Projektmanagement-Tool erstellt – mit konkreten Praxisbeispielen unterfüttert. In der grafischen Aufbereitung möchte die Berliner Arbeitsgruppe die Prozesse als „Binnenablauf“ darstellen. Jeder Verlag, der seine Prozesse mit dieser Darstellung und dazu den Beispielen aus der Praxis vergleicht, soll dadurch zu einem Zeit- und Ressourcengewinn durch Automatisierung gelangen können.
Für die Arbeitsgruppe München steht die Offenheit der Vorgehensweise im Zentrum der Überlegungen. Diese gehen davon aus, dass im Verlauf eines Workflows an verschiedenen Stellen eine Statusveränderung eintritt: Ob ein Status erfüllt ist, ist die Voraussetzung dafür, dass der nächste Schritt folgen kann. Umrahmt wird der Workflow davon, dass am Anfang eine Entscheidung (für ein wie auch immer geartetes Produkt) steht, die am Ende zu einem Ziel (diesem Produkt) führen soll. Wenn die Standard-Prozesse nun miteinander zu Modulen verkettet werden, ist aus Sicht der Münchener Arbeitsgruppe darauf zu achten, in der Darstellung und Denkweise offen zu bleiben: Produktformen ändern sich – gerade in der jetzigen Zeit – genau so wie die Rollen im Verlag. Den Teilnehmern ist wichtig, in ihrer zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht endgültigen Darstellungsweise von Workflow-Modulen mit zu reflektieren, dass die Trennung „Autor“, „Lektor“, „Vertrieb“ und vor allem auch (passiver) „Kunde“ nicht länger sinnvoll ist.
Die Diskussion der Sichtweisen der beiden Arbeitsgruppen zeigt, dass beide Ansätze sich gut zusammenbringen lassen: Die Standard-Teilprozesse der Herstellung sollen zunächst in ihrer Gänze möglichst konkret analysiert werden, um davon ausgehend Module zu beschreiben und diese danach, möglichst abstrakt und formal einheitlich, darzustellen. Die Frage der Klassifizierbarkeit von Prozessen, der Erstellung von Best-Case-Szenarien sowie der Verwendung eines Projektmanagement-Tools zur grafischen Workflow-Darstellung stellt sich – nach diesem Beschluss – erst danach. Um schneller voranzukommen, plant die Werkstatt Herstellung, sich das nächste Mal für ein langes Wochenende zu treffen – voraussichtlich im Juni 2009 in Kassel.